Auf den Donnersberg!

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Der „Freie Mitarbeiter Wettergott“ hatte alles in seiner Macht stehende getan, um die „Nix-für-Weicheier-Tour 2018“ möglichst “heiß” zu gestalten. Trotz molliger Temperaturen (30° C) versammelten sich aber zwei Handvoll Wanderienen und Wanderatten am Fuß des höchsten Berges der Pfalz, um seinen Gipfel zu erstürmen. Okay, „Erstürmen“ ist vielleicht das falsche Wort, doch in Anbetracht der Verspätung einer Teilnehmerin trieb der unbarmherzige WaFü die Gruppe gnadenlos hangaufwärts. Natürlich ging es dabei auch durch dichtes Gestrüpp, was die Kurzbehosten vor Freude jubeln liess. Als Ausgleich umflatterten viele Schmetterlinge die Gruppe und entzückten die Wanderer mit ihrem Anblick. Langsam nahm die Hangneigung zu und der WaFü hatte eine selten begangene Aufstiegsroute entlang eines schäumenden Baches gewählt. Soweit der feuchte Traum des WaFü – in der Realität war das Bachbett ausgetrocknet und nicht sein Murmeln sondern das Murren der Teilnehmer wegen hoher Brennnesselfelder, zu überkletternder Bäume und dorniger Hecken war zu hören. Erst beim (fast) ebenen Wandern auf dem mittleren Verteidigungswall der ehemaligen keltischen Fliehburg keimte so etwas wie Hoffnung auf, doch noch den Gipfel zu erreichen. Und siehe da – kurze Zeit später standen alle „ganz oben“ und freuten sich über die grandiose Aussicht und die kleinen Erinnerungen, die der WaFü großzügig verteilte. Ebenso großzügig wurde auch die folgende Pause gewährt, in der man (und Frau) sich mit Kaffee, Kuchen und Eis verwöhnten. Kurz danach aber war der hinterlistige WaFü wieder der Alte und lockte mit den Worten „nur ein paar Stufen“ die Teilnehmer auf den Ludwigsturm. Genau 142 Stufen später (hi hi) konnten dann alle den wirklich sensationellen Rundumblick genießen. Noch schnell ein Gruppenbild mit einer keltischen Pferdegöttin und schon wurde der Abstieg in Angriff genommen. Jetzt hatte der WaFü wieder zu seiner alten Form zurück gefunden und erhöhte das Tempo. Trotzdem erbettelten die Teilnehmer immer wieder an besonders schönen (Aussichts)Punkten kurze Pausen (ca. 2 min), die resigniert gewährt wurden. Ein paar Kilometer vor dem Ziel informierte der WaFü  das Personal des Gasthauses Wildenstein über die drohende Verspätung, was aber außer ihm niemand zu beunruhigen schien. So konnte die letzte „Bergprüfung“ nach einer längeren Pause (fast 15 min!) an den Ruinen einer mittelalterlichen Burg gelassen in Angriff genommen werden. Beim Abstieg durch ein Geröllfeld fiel dann auch prompt eine sehr gelassene Teilnehmerin geräuschvoll auf den Allerwertesten (nein, nicht auf den WaFü…..). Der sprintete in Sorge um sein Schäfchen den Hang wieder hinauf und wurde an der „Unglücksstelle“ mit den Worten „Mach mal ein Bild“ begrüßt. Na toll! Immerhin war nichts weiter passiert, außer dass die Teilnehmerin offenbar an immer neuen Sturzvarianten Gefallen gefunden hatte und sich im weiteren Verlauf der Tour redlich bemühte, dadurch die Aufmerksamkeit des Wafü zu erregen. Der aber führte die Gruppe unbeirrt durch das Tal eines „schäumenden“ Baches (s. o.) zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung. Hier wurden alle von einem treuen EWS-Gefährten begrüßt, der mit seinem Moped den beschwerlichen Weg zur Schlusseinkehr zurückgelegt hatte. Die ersten Getränke verzischten und kurz danach waren auch die dafür vorgesehenen Proviantbehälter mit fester Nahrung gefüllt und der Gipfelsieg in fröhlicher Runde gefeiert. Ihr seid meine Helden und ich bin sehr froh, dass ich euch bei der „Nix-für-Weicheier-Tour 2018“ begleiten durfte. Euer Wafü Martin