Aus dem Tagebuch des Wanderführers “Unvergessliche Tage in Belgien” Tag 1

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Tag 1 – Montag, 26. März 2018

Der Wetterbericht für Belgien lässt Schlimmes befürchten. Aber was soll’s? Vorwandern in der Wallonie ist angesagt und ich will alle geplanten Touren für den Wanderurlaub mit meinen Kunden im August noch ein zweites Mal laufen. 8 Uhr, Verabschiedung vom liebenden Weib. 11 Uhr, Ankunft in La Roche. Mollige 2° Celsius, Dauerregen und 30 km/h Wind. Gut, dass ich die neue Regenhose schon zu Hause angezogen habe. Also raus, Regenjacke an, Rucksack auf und schon „geht’s“ los. Der erste Anstieg zieht sich, aber irgendwann erreiche die gesuchte Hochebene. Zwei Düsenjäger brettern 150 Meter über mir durch den grauen Himmel und irgendwie glaube ich zu erkennen, dass einer der Piloten über den Deppen unter sich grinst. Toll, der letzte Wintersturm hat eine große Lichtung geschaffen und der dadurch ungehemmte Wind lässt mich ab und zu ungewollt die Richtung wechseln. Über eine Mountainbikestrecke geht es abwärts und ich schlittere durch den Matsch der Ourthe entgegen. Immerhin, es gibt eine Brücke, ich muss nicht schwimmen, das Innere der kleinen Dorfkirche ist schön (und vor allem trocken) und so gönne ich mir eine kurze Pause. Der „normale“ Wanderweg führt an einer Landstraße vorbei. Nichts für mich und so steige ich erwartungsvoll den felsigen Pfad hoch, den mein GPS als Alternative anbietet. Oben angekommen wird die Sicht auf den Regen tatsächlich besser. Na, das hat sich ja gelohnt, denke ich, und gleite den steinigen Pfad auf der anderen Seite abwärts. Ein kleines Seitental zieht mich magisch an und siehe da, im dunklen Tann ist es etwas weniger nass. Wenigstens von oben denn von unten zerrt nach wie vor der Matsch an meinen Schuhen. Ich erreiche ein kleines Dorf, das völlig ausgestorben ist. Nur eine nasse Katze begrüßt mich und streicht um die Beine meiner lehmigen Regenhose. Endspurt, rufe ich mir zu und laufe fast den Weg in Richtung La Roche. Weg? Der war sicher mal da bevor das dick bereifte „Rückepferd“ und die Holztransporter alles in eine Schlammwüste verwandelt haben. Eine Stunde später, es regnet wie aus Eimern, halte ich einen triumphalen Einzug in La Roche (den leider niemand bemerkt) und schlurfe zum Hotel. Klasse, das gebuchte Zimmer hat Außentemperatur und ich animiere die Heizung zu Höchstleistungen. Die nassen Klamotten aus und schnell unter die warme Dusche. „Abendessen?“ fragt eine Stimme in mir. „Zu erledigt“, antworte ich, setze nur noch schnell die „Alles Prima“-SMS in die Heimat ab und verkrieche mich in das klamme Bett. Ich schlafe sofort ein und träume von sonnenüberfluteten Ardennenhügeln…

Was sonst noch geschah? Hier finden Sie die Eintragungen zu Tag 2, Tag 3, Tag 4